Finanzen
Zahlungszielrechner & Skontorechner
Berechnen Sie den effektiven Jahreszins eines Skontoangebots (Zahlungszielrechner) und entscheiden Sie, ob sich die frühzeitige Zahlung gegenüber einer Kontokorrentfinanzierung lohnt.
Auf den Punkt
Skonto ist ein Preisnachlass des Lieferanten für schnelle Zahlung. Effektiver Jahreszins: Skonto-% × 360 / (Zahlungsziel − Skontofrist). Bei „2 % Skonto bei 10 Tagen, 30 Tage netto" entspricht das Effektivzins von 36,7 % p. a. — höher als jeder Kontokorrentkredit. Skonto ziehen lohnt sich fast immer, wenn nicht Skonto-Effektivzins < Bankzins.
Was ist Zahlungszielrechner & Skontorechner?
Skonto ist ein Preisnachlass auf den Rechnungsbetrag, den der Lieferant gewährt, wenn der Kunde innerhalb einer kurzen Skontofrist zahlt — typisch 2 % bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen statt der vereinbarten 30 Tage. Skonto ist wirtschaftlich ein hochverzinslicher Kurzkredit: Der Skontobetrag entspricht den Zinsen, die der Lieferant zwischen Skontofrist und Zahlungsziel zahlt. Aus Kundensicht entspricht die Nicht-Inanspruchnahme einem entgangenen Effektivzins, der oft 30–45 % p. a. übersteigt. Steuerrechtlich ist Skonto eine Entgeltminderung nach § 17 UStG — beim Lieferanten und beim Kunden ist die Umsatzsteuer rückwirkend zu korrigieren.
Wann brauchen Sie dieses Tool?
Sie nutzen den Skonto-Rechner für vier typische Entscheidungen: (1) Ist es vorteilhaft, Skonto zu ziehen, statt das volle Zahlungsziel auszuschöpfen? (2) Lohnt sich die Aufnahme von Kontokorrent-Liquidität, um Skonto zu finanzieren? (3) Wie viel Skonto sollten Sie selbst als Verkäufer gewähren, um schnellen Geldeingang zu erreichen? (4) Welcher Skontosatz ist marktüblich? Im B2B-Geschäft sind 2 % / 10 / 30 Standard. Bei größeren Volumen oder schwacher Liquiditätssituation des Lieferanten sind 3 % / 14 / 60 ebenfalls verbreitet.
So funktioniert die Berechnung
Effektivzins p. a. = (Skonto-% ÷ (100 − Skonto-%)) × (360 ÷ (Zahlungsziel − Skontofrist)) × 100
Liegt der so berechnete Jahreszins über Ihrem Kontokorrent-Zinssatz, lohnt es sich, Skonto zu ziehen und das Geld stattdessen über die Bank zu finanzieren.
Beispiel: 2 % Skonto bei 10 Tagen statt 30 Tagen Ziel ≈ 36,7 % p. a. — fast immer lohnenswert.
Schritt für Schritt
- 1
Skontosatz und Fristen erfassen
Auf der Rechnung: „X % Skonto bei Zahlung innerhalb Y Tagen, sonst Zahlungsziel Z Tage netto". Skontosatz, Skontofrist (Y) und Zahlungsziel (Z) als Eingaben.
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Effektivzins berechnen
Effektivzins p. a. = Skonto-% × 360 / (Zahlungsziel − Skontofrist). Beispiel: 2 % × 360 / (30 − 10) = 720 / 20 = 36 % p. a.
- 3
Mit Kontokorrent-Zins vergleichen
Aktuelle Kontokorrentkonditionen 8–12 % p. a. liegen meist deutlich unter dem Skonto-Effektivzins. Skonto-Ausnutzung mit Kontokorrent ist also profitabel — solange Kontokorrent-Linie verfügbar.
- 4
Liquidität sicherstellen
Skonto nur ziehen, wenn die Liquidität verfügbar ist oder zinsgünstiger als Skonto-Effektivzins finanziert werden kann. Prüfen Sie kurzfristig verfügbare Kreditlinien, Eigenkapital und Cashflow-Prognose.
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Buchhaltung anpassen
Bei Skonto-Ausnutzung wird der Rechnungsbetrag um den Skonto reduziert (§ 17 UStG). Bei eingehender Skonto-Rechnung: Buchung des Nettoskontos auf Skontoerträge (SKR03 8731), USt-Korrektur auf 1576 (Vorsteuer 19 %).
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Skontofrist überwachen
Wer die Skontofrist verpasst, verliert den gesamten Skontobetrag. Empfehlung: Skontofristen in der Buchhaltungssoftware als Wiedervorlage anlegen oder Sammelzahlung kurz vor Fristende durchführen.
Beispielrechnungen
Standardklausel 2 % / 10 / 30 Tage
| Rechnungsbetrag | 10.000,00 € |
| Skontosatz | 2 % |
| Skontofrist | 10 Tage |
| Zahlungsziel | 30 Tage |
| Effektivzins p. a. | 36,73 % |
Rechnung: Skontobetrag: 10.000 × 2 % = 200 €. Effektivzins: 2 × 360 / (30 − 10) = 36,73 %. Selbst bei 12 % Kontokorrent lohnen 200 € Skonto-Vorteil.
Skonto ziehen — 200 € Ersparnis, Effektivzins 36,7 % p. a.
Längere Frist: 3 % / 14 / 60
| Rechnungsbetrag | 25.000,00 € |
| Skontosatz | 3 % |
| Skontofrist | 14 Tage |
| Zahlungsziel | 60 Tage |
| Effektivzins p. a. | 23,48 % |
Rechnung: Skontobetrag: 25.000 × 3 % = 750 €. Effektivzins: 3 × 360 / (60 − 14) = 23,48 %. Lohnt bei Kontokorrent ≤ 20 % — bei höher zu prüfen.
Skonto ziehen — 750 € Ersparnis, Effektivzins 23,5 % p. a.
Häufige Fehler
Skonto auf Bruttobetrag berechnet
Im B2B-Geschäft wird Skonto auf Nettoware berechnet, USt anteilig zu korrigieren. Wer auf Brutto kalkuliert, bucht den falschen Skontobetrag und korrigiert die USt nicht. Beispiel: 11.900 € brutto, 19 % USt = 10.000 € netto. Skonto 2 % auf netto = 200 €. Die USt-Korrektur: 200 × 19 % = 38 €. Rechnungsausgleich: 11.900 − 200 − 38 = 11.662 €.
Skontofrist falsch gezählt
Beginnt die Frist mit Rechnungsdatum oder Lieferdatum oder Eingang? In der Regel: Rechnungsdatum (zivilrechtlich) bzw. Eingang der Rechnung bei Briefpost (kaufmännischer Brauch). Bei elektronischer Rechnung: Datum der Rechnungserstellung.
Effektivzinsberechnung mit 365 Tagen
Im Handelsrecht und Bankenstandard wird mit 360 Tagen (12 × 30) kalkuliert, nicht 365. Bei 365-Tage-Basis fällt der Effektivzins um ca. 1,4 % zu niedrig aus.
Skonto bei nicht skontofähigen Posten gezogen
Bei vereinbarten Vorauszahlungen, Anzahlungen oder bei Reklamationsteilen ist Skonto häufig vertraglich ausgeschlossen. Der Skontoabzug ohne Berechtigung gilt als Teilrechnungsbegleichung und kann zu Mahnverfahren führen.
Verzugszinsen ignoriert bei Überschreitung
Wer Zahlungsziel überschreitet, schuldet automatisch Verzugszinsen — bei B2B aktuell 8,12 % über Basiszinssatz (§ 288 Abs. 2 BGB). Skonto bringt 36 % Vorteil, Verzug ca. 13 % Mehrkosten — der Skonto-Vorteil rechtfertigt aktive Liquiditätsplanung.
Rechtliche Grundlagen
- Quelle ansehen ↗
BGB — § 286 — Zahlungsverzug
Voraussetzungen des Zahlungsverzugs und Skonto-Vereinbarung.
- Quelle ansehen ↗
BGB — § 288 — Verzugszinsen B2B (Basis + 8,12 %)
Geltender Verzugszinssatz bei verspäteter Zahlung.
- Quelle ansehen ↗
UStG — § 17 — Änderung der Bemessungsgrundlage
USt-Behandlung bei Skontoausnutzung.
Wichtige Begriffe
Häufige Fragen
Was ist ein Zahlungszielrechner und wie funktioniert er?
Ein Zahlungszielrechner berechnet den Effektivzins des Skontoangebots auf Basis von Skontosatz, Skontofrist und Zahlungsziel. Er vergleicht den Skonto-Effektivzins mit Ihrem Kontokorrent-Zinssatz und zeigt, ob frühzeitige Zahlung (Skonto ziehen) oder das volle Zahlungsziel wirtschaftlich günstiger ist. Dieser Rechner ist gleichzeitig Skontorechner und Zahlungszielrechner.
Wie berechne ich den Effektivzins mit einem Skontorechner?
Formel: Effektivzins = Skonto-% × 360 / (Zahlungsziel − Skontofrist). Beispiel: 2 % / 10 / 30 Tage → 2 × 360 / (30 − 10) = 36 % p. a. Ein Skontorechner übernimmt diese Berechnung automatisch und zeigt zusätzlich den Skontobetrag in Euro und eine Empfehlung.
Was ist marktüblich an Skonto?
Im deutschen B2B-Handel: 2 % Skonto bei 10 Tagen, sonst 30 Tage netto. Im Baugewerbe häufig 3 % / 14 / 30. Beim Großhandel von Markenware oft nur 1 % / 8 / 21. Die Konditionen sind ein Verhandlungspunkt — höhere Skonti werden für Großkunden gewährt.
Kann ich Skonto auch bei Anzahlungen ziehen?
Nur wenn das vertraglich vereinbart ist. Standard: Skonto gilt nur auf den finalen Rechnungsbetrag. Bei Anzahlungsrechnungen wird typisch kein Skonto gewährt.
Gilt Skonto auch im Außenhandel?
Ja, häufig in Verträgen mit europäischen Lieferanten. Im außereuropäischen Handel sind Skonto-Klauseln seltener — dort sind Akkreditive, Vorauszahlungen oder Letter of Credit gebräuchlicher.
Wie verbucht man Skonto bei Eingangsrechnungen?
Bei Zahlung mit Skonto: Aufwand Wareneinkauf um Skonto kürzen oder als Skontoertrag (SKR03 8731) erfassen. Vorsteuer entsprechend reduzieren (1576 für 19 %). Buchungssatz: Verbindlichkeit an Bank + Skontoerträge + Vorsteuer-Korrektur.
Was ist „Vorab-Skonto"?
Manche Lieferanten gewähren zusätzlich „Vorab-Skonto" bei Anzahlung oder Skonto-Zuschlag bei Großbestellungen. Diese werden separat ausgewiesen und können kumulativ angerechnet werden — Vertragsklausel genau lesen.
Lohnt sich Skontofinanzierung über Lieferantenfinanzierung?
Manche Banken bieten „Reverse Factoring" oder „Supply Chain Finance", bei denen die Bank den Skontobetrag zahlt und das Geld später vom Käufer holt. Die Bankgebühr ist meist weit unter dem Skonto-Effektivzins — also profitabel.
Kann der Lieferant Skonto nachträglich verweigern?
Wenn die Frist gewahrt und der Skonto in den AGB/Vertrag vereinbart ist, nein. Bei Pauschalrabatten ist es ein Forderungsausgleich. Streitfall: Beweispflicht trägt der Zahlende — daher immer Zahlungsdatum und Skontobetrag dokumentieren.
Gibt es eine präzisere Formel für den Skonto-Effektivzins?
Die Standardformel Skonto-% × 360 / (Zahlungsziel − Skontofrist) ist eine sehr gute Näherung. Mathematisch präziser ist: Effektivzins p. a. = (Skontosatz / (100 % − Skontosatz)) × (360 / Verkürzung) × 100. Beispiel 2 % / 10 / 30: Standardformel ergibt 36 %, präzise Formel 36,73 %. Die Differenz wird bei höheren Skontosätzen größer (bei 3 %: 36 % vs. 37,11 %).
Lohnt Skonto bei aktuellem Kontokorrent-Zinsniveau?
Aktuelle Kontokorrent-Konditionen für KMU liegen 2026 bei 8–12 % p. a. Da Skonto-Effektivzinsen typisch 25–55 % p. a. erreichen, lohnt Skontoausnutzung mit Kontokorrent fast immer — vorausgesetzt, die Kreditlinie ist verfügbar und der Spielraum reicht. Im Zweifel: Lieferantenkredit (Verzicht auf Skonto) ist die teuerste Form der Kurzfristfinanzierung.
Stand: 27. Mai 2026 · Redaktion aussenhandelshub.de