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Kalkulation

Marge-Rechner

Berechnen Sie Ihre Bruttogewinnmarge in Prozent sowie den absoluten Deckungsbeitrag pro Einheit.

Auf den Punkt

Die Bruttomarge in Prozent wird berechnet als (Verkaufspreis − Einkaufspreis) ÷ Verkaufspreis × 100. Eine Marge von 40 % bedeutet: Bei 100 € Verkaufspreis bleiben 40 € Bruttogewinn nach Wareneinkauf. Achtung: Marge (auf Verkaufspreis) und Aufschlag/Markup (auf Einkaufspreis) sind NICHT identisch — 40 % Marge entsprechen ca. 67 % Aufschlag. Im Außenhandel ist der korrekte Einkaufspreis die Landed Cost, nicht der FOB-Preis.

Ergebnis

Deckungsbeitrag– €
Aufschlag (Markup)– %

Bruttomarge

– %

Was ist Marge?

Die Bruttomarge (auch Handelsspanne, Gross Margin) ist die Differenz zwischen Verkaufspreis und Einkaufspreis einer Ware, ausgedrückt als Prozentanteil des Verkaufspreises. Sie zeigt, welcher Anteil des Verkaufspreises nach Wareneinkauf zur Deckung der übrigen Kosten (Miete, Löhne, Marketing) und für den Gewinn verbleibt. Im Außenhandel ist der „Einkaufspreis" definitionsgemäß die Landed Cost — also der vollständig in das Lager gebrachte Stückkostenwert inklusive Fracht, Zoll und Nebenkosten. Die Marge unterscheidet sich vom Aufschlag (Markup): Während die Marge sich auf den Verkaufspreis bezieht, bezieht sich der Aufschlag auf den Einkaufspreis. Diese Begriffsverwechslung ist die häufigste Fehlerquelle in Importkalkulationen.

Wann brauchen Sie dieses Tool?

Sie nutzen den Marge-Rechner für jede Preisentscheidung: Festlegen des Mindestverkaufspreises, der eine Zielmarge sichert (z. B. „mindestens 35 % Bruttomarge"); Vergleich der Profitabilität verschiedener Produkte im Sortiment; Kalkulation bei Rabattaktionen — wie viel Marge bleibt bei 20 % Rabatt? Margenanalyse pro Sales-Channel (Marktplatz vs. eigener Shop vs. Großhandel); Quartalsabschluss zur Identifikation margenschwacher Produkte; Verhandlungsgrundlage beim Einkauf — welcher Einkaufspreis ermöglicht die Zielmarge bei marktgegebenem Verkaufspreis; Erstellung von Excel-Preislisten mit konsistenten Margenbändern.

So funktioniert die Berechnung

Bruttomarge (%) = (Verkaufspreis − Einkaufspreis) ÷ Verkaufspreis × 100

Deckungsbeitrag = Verkaufspreis − Einkaufspreis

Achtung: Marge (auf Verkaufspreis bezogen) ≠ Aufschlag (auf Einkauf bezogen). 50 % Marge entspricht 100 % Aufschlag.

Schritt für Schritt

  1. 1

    Einkaufspreis ermitteln

    Im Außenhandel: Landed Cost pro Stück — Wareneinkauf + Fracht + Zoll + Nebenkosten ÷ Stückzahl. NICHT der FOB-Preis oder die reine Lieferantenrechnung — diese unterschätzen den Einstand um 10–25 %.

  2. 2

    Verkaufspreis (netto) festlegen

    Nettopreis ohne Umsatzsteuer. Bei B2C-Verkauf: Bruttopreis ÷ 1,19 = Nettopreis. Bei B2B: Listenpreis ist meist netto.

  3. 3

    Absolute Marge berechnen

    Marge = Verkaufspreis netto − Einkaufspreis. Beispiel: 25 € − 15 € = 10 € absolute Marge je Stück.

  4. 4

    Bruttomarge in % berechnen

    Bruttomarge % = (Verkaufspreis − Einkaufspreis) ÷ Verkaufspreis × 100. Beispiel: (25 − 15) ÷ 25 × 100 = 40 %.

  5. 5

    Aufschlag (Markup) gegenrechnen

    Markup % = (Verkaufspreis − Einkaufspreis) ÷ Einkaufspreis × 100. Beispiel: (25 − 15) ÷ 15 × 100 = 66,67 %. Häufig im Großhandel verwendet — auf keinen Fall mit Marge verwechseln.

  6. 6

    Plausibilität prüfen

    Branchen-Benchmarks: Lebensmittelhandel 18–35 %, Mode 50–65 %, Elektronik 15–30 %, Möbel 30–45 %, Schmuck 60–80 %. Margen weit darüber prüfen Sie auf Kalkulationsfehler.

Beispielrechnungen

Bruttomarge eines Konsumgut-Importeurs

Landed Cost / Stück 12,50 €
Verkaufspreis netto B2B 24,90 €
Verkaufspreis brutto B2C 29,63 € (× 1,19)

Rechnung: Absolute Marge: 24,90 − 12,50 = 12,40 €. Bruttomarge %: 12,40 / 24,90 × 100 = 49,80 %.

Bruttomarge: 49,80 % bzw. 12,40 € pro Stück

Mindestverkaufspreis bei Zielmarge 35 %

Landed Cost 8,00 €
Zielmarge 35 %

Rechnung: Verkaufspreis = Landed Cost / (1 − Marge) = 8 / (1 − 0,35) = 8 / 0,65 = 12,31 €.

Mindest-VK netto: 12,31 € — sichert 35 % Bruttomarge

Häufige Fehler

Marge und Aufschlag verwechselt

Der häufigste Kalkulationsfehler im Mittelstand. 50 % Aufschlag auf 10 € Einkauf = 15 € Verkaufspreis = nur 33 % Marge. Wer mit 50 % Aufschlag „50 % Marge" denkt, kalkuliert 17 Prozentpunkte zu hoch.

FOB statt Landed Cost als Einkaufspreis

Wer 10 € FOB Shanghai als Einkaufspreis ansetzt, ignoriert ca. 2,50 € Fracht/Zoll/Nebenkosten. Die wahre Marge ist 25 % niedriger als kalkuliert — bei 30 % Zielmarge bedeutet das Verlustgeschäft.

Brutto- und Nettopreis vermischt

B2C-Marge wird häufig auf Bruttopreise gerechnet, B2B-Marge auf Nettopreise. Vergleich ist ohne Umrechnung sinnlos. Empfehlung: konsequent Netto-Marge verwenden, Brutto erst am Schluss.

Saisonale Schwankungen ignoriert

Modeware verkauft sich am Saisonende mit 30–50 % Rabatt — Durchschnittsmarge liegt darunter. Wer nur den Listenpreis ansetzt, überschätzt die Realität. Empfehlung: gewichtete Marge mit Verkaufsmengen je Preisstufe.

Skonti und Rabatte unberücksichtigt

Kundenrabatte, Skonti, Werbekostenzuschüsse und Rückvergütungen reduzieren den effektiven Verkaufspreis. Eine „Nettonettomarge" (nach allen Abzügen) liegt oft 5–8 Prozentpunkte unter der Bruttolisten-Marge.

Rechtliche Grundlagen

  • HGB — § 252 Abs. 1 — Bewertungsgrundsätze

    Bilanzielle Erfassung von Anschaffungs- und Verkaufspreisen.

    Quelle ansehen ↗
  • IHK — Kalkulationsleitfaden Handel

    Standard-Kalkulationsmodell deutscher IHKn.

    Quelle ansehen ↗
  • IFRS 15 — Umsatzrealisierung

    Internationale Rechnungslegung für Umsatz und Marge.

    Quelle ansehen ↗

Wichtige Begriffe

Häufige Fragen

Was ist eine gute Bruttomarge?

Branchenabhängig: Lebensmitteleinzelhandel 18–30 %, Mode 50–65 %, Möbel 30–45 %, Elektronik 15–30 %, Schmuck 60–80 %, Großhandel B2B 18–28 %. Wichtiger als die absolute Höhe ist die Stabilität gegenüber Wettbewerbern.

Wie unterscheidet sich Marge von EBIT-Marge?

Bruttomarge = (Umsatz − Wareneinkauf) ÷ Umsatz. EBIT-Marge = (Bruttomarge − Personal − Miete − Marketing − weitere Fixkosten) ÷ Umsatz. EBIT zeigt das operative Ergebnis — bei Handelsunternehmen typisch 3–8 %.

Wie kalkuliere ich rückwärts vom Marktpreis?

Marktpreis netto × (1 − Zielmarge) = maximaler Landed Cost. Beispiel: Marktpreis 39 €, Zielmarge 40 % → max. Landed Cost 23,40 €. Diese Zahl bestimmt das Einkaufsbudget.

Marge mit oder ohne Versandkosten?

Im B2B-Geschäft Versandkosten meist getrennt fakturiert (gesonderte Position, neutral kalkuliert). Im B2C häufig „inkl. Versand" — dann gehören Versandkosten zur Kalkulation des Einkaufspreises oder reduzieren die Marge entsprechend.

Was ist Deckungsbeitrag I und II?

DB I = Umsatz − variable Stückkosten (Wareneinkauf, Fracht, Zoll, Provision). DB II = DB I − produktbezogene Fixkosten (Verpackungsdesign, Werkzeuge). Die Marge ähnelt DB I, ist aber typisch ohne Stückprovisionen.

Wie bilde ich Mischkalkulation?

Verkaufen Sie Produkt A mit 60 % Marge und Produkt B mit 25 % Marge, ist die Sortiments-Mischmarge das umsatzgewichtete Mittel. Beispiel: 70 % Umsatz A + 30 % Umsatz B = 0,7 × 60 % + 0,3 × 25 % = 49,5 % Mischmarge.

Was ist Negative Marge?

Verkaufspreis < Einkaufspreis = negative Marge = Verlust pro Stück. Üblich bei Ausverkauf (Bestandsabbau), Lockprodukten („Loss Leader") oder strategischer Markteroberung. Negative Marge ist nur akzeptabel als Teil einer Gesamtstrategie.

Wie unterscheiden sich Brutto-, Netto- und Aufschlagsmarge?

Brutto-Marge = Rohgewinn ÷ Verkaufspreis × 100 (nur Einkauf/Selbstkosten abgezogen). Netto-Marge = (Umsatz − alle Unternehmenskosten) ÷ Umsatz × 100 (aussagekräftiger, weil Personal/Miete/Marketing inkludiert). Aufschlagsmarge = Aufschlag ÷ Einkaufspreis × 100 (Aufschlagskalkulation, Bezugsbasis ist der Einkauf, nicht der Verkauf). Praxis-Beispiel: Zange im Baumarkt verkauft für 5,99 €, Einkauf 3,20 € → Handelsspanne 2,79 € = 47 % Brutto-Marge bzw. 87 % Aufschlag.

Stand: 18. Mai 2026 · Redaktion aussenhandelshub.de

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