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Logistik

Frachtkosten-Rechner

Berechnen Sie Frachtkosten basierend auf Gewicht, Volumen und Modalität. Berücksichtigt das frachtpflichtige Gewicht je Verkehrsträger.

Auf den Punkt

Frachtkosten setzen sich aus Basisfracht (Rate × frachtpflichtiges Gewicht oder CBM), Verkehrsträger-Zuschlägen (BAF, CAF, LSS, THC) und Nebengebühren (Dokumentation, ISPS, Hafengebühren) zusammen. Bei der Seefracht-LCL gilt 1 m³ = 1.000 kg als Volumengewichts-Umrechnung, bei Luftfracht 1 m³ = 167 kg (IATA 1:6000), bei LKW-Fracht 1 m³ = 333 kg.

EUR pro CBM

BAF, CAF, Treibstoff, ISPS etc.

Ergebnis

Frachtpflichtiges Maß–
Basisfracht– €
Zuschläge– €

Frachtkosten gesamt

– €

Was ist Frachtkosten?

Frachtkosten sind die Vergütung für die Beförderung von Gütern durch einen Frachtführer (Reederei, Airline, Spedition). Sie unterteilen sich in Grundfracht (Tarif × Maßeinheit) und variable Zuschläge, die wirtschaftliche Schwankungen ausgleichen. Der Tarif richtet sich nach dem höheren Wert aus tatsächlichem Gewicht und volumetrischem Gewicht („chargeable weight"). Im Außenhandel sind die wichtigsten Modalitäten Seefracht (FCL für Vollcontainer, LCL für Sammelladung), Luftfracht (Express- oder Standardtarif, Cargo Charter für sehr große Mengen) und Straßenfracht (FTL für Komplettladung, LTL für Stückgut). Frachtkosten sind nach Art. 71 UZK Bestandteil des Zollwerts, soweit sie bis zur EU-Außengrenze anfallen.

Wann brauchen Sie dieses Tool?

Sie benötigen den Frachtkosten-Rechner als Erstes bei jeder neuen Quotation eines Lieferanten: Was kostet der FOB-Preis tatsächlich „door-to-door"? Vergleich verschiedener Verkehrsträger (See für 25-Tage-Transit vs. Luft für 4 Tage); Entscheidung Anzahl der LCL-Sendungen vs. FCL; Spotmarkt vs. Vertragstarif; Hub-Vergleich (Hamburg vs. Rotterdam vs. Antwerpen); Buchungsentscheidung bei stark schwankenden Spotraten (Shanghai Containerized Freight Index, SCFI); Frachtrückstellung in der GuV-Planung; Vergleich von „forwarder rate" (Spedition mit Marge) vs. „direct rate" (NVOCC-Tarif).

So funktioniert die Berechnung

Frachtkosten = Frachtpflichtiges Gewicht × Tarif

Spediteure rechnen üblicherweise mit dem höheren Wert aus tatsächlichem Gewicht und Volumengewicht. Hinzu kommen häufig Zuschläge (BAF, CAF, Treibstoff, Sicherheitsgebühren).

Schritt für Schritt

  1. 1

    Versandparameter erfassen

    Gewicht (kg), Volumen (CBM), Anzahl Packstücke, Versand- und Bestimmungsort, gewünschter Transitlaufzeit. Bei gefährlichen Gütern: IMDG/IATA-Klasse, UN-Nummer.

  2. 2

    Verkehrsträger wählen

    Faustregel: Bei < 100 kg / 1 m³ Sendung Luftfracht; bei 100–1.000 kg im Spezialfall Bahn (Express China); ab 1 t / 5 m³ Seefracht-LCL; ab 12 m³ / 15 t Seefracht-FCL.

  3. 3

    Frachtpflichtiges Gewicht ermitteln

    Luftfracht: max(tatsächliches Gewicht; CBM × 167). Seefracht: max(Gewicht in t; CBM). LKW: max(Gewicht; CBM × 333; LDM × 1.750). Express: max(Gewicht; CBM × 200).

  4. 4

    Basisfracht berechnen

    Tarif × Maßeinheit. Luftfracht in €/kg, Seefracht-LCL in €/CBM, FCL als Pauschale pro Container, LKW in €/100 kg oder €/Ladung.

  5. 5

    Zuschläge aufschlagen

    BAF (Bunker), CAF (Currency), LSS (Low Sulphur), THC (Terminal Handling), Doku-Gebühr, ISPS, AMS/ENS (Einfuhrdaten), War Risk, Peak Season Surcharge. In Summe häufig 30–60 % der Basisfracht.

  6. 6

    Nebenkosten und Verzollung addieren

    Zollabwicklung 35–80 € pro Sendung, ATLAS-Anmeldung, ISF (USA), AES (EU-Ausfuhr), Versicherung 0,2–0,4 % CIF-Wert, Inlandstransport vom Hafen zum Lager.

  7. 7

    Door-to-Door-Preis vergleichen

    Holen Sie 3 Angebote von Speditionen ein, vergleichen Sie nicht nur Basisfracht, sondern „All-in-Door-to-Door". Achten Sie auf Gültigkeit der Tarife (Spot: 1–4 Wochen, Contract: 3–12 Monate).

Beispielrechnungen

Seefracht LCL Shanghai → Hamburg, 4,2 CBM, 850 kg

Frachtpflichtig (max(0,85 t; 4,2 m³)) 4,2 CBM
Basisfracht 95 €/CBM 399,00 €
BAF + Zuschläge 180,00 €
THC Hamburg 95,00 €
Doku + ISPS 60,00 €
Zollabwicklung 55,00 €

Rechnung: 399 + 180 + 95 + 60 + 55 = 789 €. Pro CBM door-to-door: 188 €.

Frachtkosten LCL: 789 €

Luftfracht Express USA → Frankfurt, 35 kg, 0,12 m³

Volumetrisches Gewicht (0,12 × 167) 20,04 kg
Frachtpflichtiges Gewicht 35 kg
Basistarif 5,80 €/kg 203,00 €
Treibstoffzuschlag 25 % 50,75 €
Security Surcharge 0,15 €/kg 5,25 €
Handling Frankfurt 38,00 €

Rechnung: 203 + 50,75 + 5,25 + 38 = 297 €. Plus Zollabwicklung und Inlandsfracht zum Lager.

Luftfracht Hauptlauf: 297 €

Häufige Fehler

Nur Basisfracht verglichen

Spediteur A bietet 80 €/CBM, Spediteur B 110 €/CBM. Wer nur die Basis vergleicht, würde A wählen. In Wahrheit hat A aber 120 € THC + 80 € Doku + 60 € BAF = 260 € Zuschläge, B nur 90 € all-in. Realer Vergleich nur „door-to-door".

Volumengewicht-Umrechner verwechselt

Bei Luftfracht 1:6000 (cm³/kg), bei Express-Kurier oft 1:5000, bei Seefracht 1:1000. Wer den falschen Faktor verwendet, kalkuliert Hunderte Euro Differenz pro Sendung. Empfehlung: Tarifgrundlage IMMER im Angebot abfragen.

Demurrage und Detention nicht eingeplant

Bei FCL fallen ab Tag 6–8 nach Containerentladung Standgelder von 80–250 € pro Container und Tag an. Bei Importpapier-Verzögerungen schnell 500–2.000 € zusätzliche Kosten. Lieferantenpapiere früh anfordern.

Spotmarkt-Tarife als langfristige Kalkulationsgrundlage

Spotraten schwanken um 50–300 % im Jahresverlauf. Wer Spot kalkuliert, kalkuliert das aktuelle Marktrisiko mit. Für stabile Margen: Contract Rate auf 6–12 Monate, ggf. mit Volumengarantie.

Wechselkurs ignoriert

Frachtraten internationaler Reedereien sind oft in USD. Bei Buchung 1,10 EUR/USD, bei Rechnung 1,05 EUR/USD: 5 % höhere Kosten als kalkuliert. Empfehlung: bei großen Buchungen EUR-Festpreis vereinbaren oder Termingeschäft.

Rechtliche Grundlagen

  • HGB — § 407 ff. — Frachtvertrag

    Deutsches Frachtrecht.

    Quelle ansehen ↗
  • CMR-Übereinkommen — Internationaler Straßenverkehr

    Verbindliche Haftungsobergrenzen 8,33 SZR/kg.

    Quelle ansehen ↗
  • Haag-Visby-Regeln — Seerechtliche Haftung

    Reederei-Haftung 666,67 SZR/Packstück oder 2 SZR/kg.

    Quelle ansehen ↗
  • Montrealer Übereinkommen — Luftfrachthaftung

    Haftungsobergrenze 22 SZR/kg.

    Quelle ansehen ↗

Wichtige Begriffe

Häufige Fragen

Was kostet Seefracht Shanghai → Hamburg aktuell?

Spotraten 2026 schwanken stark — historische Bandbreite 1.500–10.000 USD für 40HQ. Tagesaktuell: SCFI (Shanghai Containerized Freight Index) auf shippingnews.com. Vertragsraten 30–50 % unter Spot.

Wie ist die Haftung des Spediteurs bei Schäden?

CMR (LKW): 8,33 SZR/kg (~10 €). Haag-Visby (See): 2 SZR/kg oder 666 SZR/Packstück. Montreal (Luft): 22 SZR/kg. Bei höherwertigen Waren immer Vollwertversicherung (Cargo) zusätzlich abschließen.

Spedition oder direkt mit Reederei buchen?

Direktbuchung lohnt sich erst ab ~200 TEU/Jahr und benötigt eigene Zollabwicklung. Speditionen bündeln Volumen und erhalten 15–30 % bessere Raten. Für KMU fast immer Spedition günstiger.

Wann lohnt sich Luftfracht statt Seefracht?

Wertdichte > 50 €/kg (z. B. Elektronik, Schmuck, Modeware), Time-to-Market kritisch (Mode-Saison, Engineering-Ersatzteile), kleine Stückzahl (<200 kg). Faustregel: Luftfracht etwa 5–10× teurer als See, aber 5–8× schneller.

Was bedeutet „free in / free out"?

FILO/FIO sind Ladebedingungen: „free in" = Verkäufer trägt Beladekosten am Versandhafen; „free out" = Käufer trägt Entladekosten am Bestimmungshafen. Bei Trampraten häufig FIO, bei Linientarifen Liner Terms.

Wie sicher ist Bahnfracht China → Europa?

Block Train über die „Neue Seidenstraße" benötigt 16–22 Tage (Vergleich See 30–45 Tage, Luft 1–3 Tage). Preis liegt zwischen See und Luft (~30 % Aufschlag auf See), Auslastung 2024 schwankend wegen geopolitischer Lage. Für Standard-Konsumware oft unwirtschaftlich.

Welche Versicherung ist sinnvoll?

Transportversicherung „All Risk" (ICC Clauses A) für höchste Deckung, 0,2–0,5 % vom CIF-Wert. CIP-Klausel nach Incoterms 2020 verlangt vom Verkäufer All-Risk; CIF nur die Mindestdeckung (Clauses C). Empfehlung: Käufer schließt eine Generalpolice ab.

Was sind aktuelle Spotraten für Container 2026?

Stand 2026 Frühjahr: 20-Fuß-Container Shanghai → Hamburg ca. 1.500–3.500 USD, 40-Fuß-Container 2.500–5.500 USD. Bei FCL wird pauschal pro Container abgerechnet; bei LCL pro Kubikmeter (typ. 50–150 USD/m³ je nach Route und Saison). Aktuelle Indizes: Shanghai Containerized Freight Index (SCFI), Drewry World Container Index. Spotraten schwanken stark — bei Vertragsraten 30–50 % Ersparnis gegenüber Spot möglich.

Ab welchem Volumen lohnt sich FCL statt LCL?

Faustregel: Ab ca. 12–15 m³ wird FCL günstiger als LCL — bei 100 USD/m³ Spotrate entspricht 13 m³ × 100 = 1.300 USD vs. 1.500–2.500 USD FCL-20'-Pauschale. Zusätzlich: FCL hat kürzere Transitzeit, weniger Umladungen und keine CFS-Gebühren. Bei 7 m³ oder weniger bleibt LCL klar im Vorteil.

Stand: 18. Mai 2026 · Redaktion aussenhandelshub.de

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