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Kalkulation

Break-Even-Rechner Export

Berechnen Sie den Break-even-Punkt Ihres Exportgeschäfts: Wie viele Einheiten müssen Sie verkaufen, um Fixkosten und Markteintritt zu decken?

Auf den Punkt

Der Break-even-Punkt ist die Stückzahl, bei der Umsatz und Vollkosten gleich hoch sind — der Punkt, ab dem das Exportgeschäft Gewinn erwirtschaftet. Formel: Break-even-Menge = Fixkosten / (Verkaufspreis − variable Stückkosten). Beispiel: Bei 50.000 € Markteintrittsfixkosten, 15 € Deckungsbeitrag/Stück → 3.334 Stück müssen verkauft werden, bis sich der Export trägt.

Markteintritt + laufende Strukturkosten

Ergebnis

DB je Einheit– €
DB-Quote– %

Break-even-Menge

– Stück

Break-even-Umsatz

– €

Was ist Break-Even Export?

Der Break-even-Punkt (Gewinnschwelle) ist die Absatzmenge oder der Umsatz, ab dem ein Unternehmen oder ein Geschäftssegment (z. B. ein neuer Exportmarkt) die Gewinnzone erreicht. Unterhalb des Break-even arbeiten Sie mit Verlust, oberhalb mit Gewinn. Mathematisch: Break-even = Fixkosten / Deckungsbeitrag pro Stück. Der Deckungsbeitrag ist Verkaufspreis netto minus variable Stückkosten (Wareneinkauf, Fracht, Zoll, Provisionen). Fixkosten sind die unveränderlichen Kosten der Markterschließung: Marketing, Vertriebsstruktur, Registrierungen, Übersetzungen, Messen, Logistikinfrastruktur.

Wann brauchen Sie dieses Tool?

Sie nutzen den Break-even-Rechner vor jeder größeren Investitionsentscheidung: Eintritt in einen neuen Auslandsmarkt (Welche Stückzahl im ersten Jahr ist nötig?); Aufbau eines lokalen Vertriebsteams (Wie lange dauert die Amortisation?); Investition in Werkzeuge oder Formenbau (Ab welcher Auflage rechnet sich die Produktion?); Vergleich von Angeboten mit unterschiedlicher Fixkosten-/Stückkostenstruktur (Eigenproduktion vs. Auftragsfertigung); Kalkulation einer Promotionkampagne (Wie viele Zusatzverkäufe deckt das Marketingbudget?); Sensitivitätsanalyse: Was passiert, wenn der Verkaufspreis um 5 % sinkt — wie verschiebt sich der Break-even?

So funktioniert die Berechnung

Deckungsbeitrag (DB) je Einheit = Verkaufspreis − variable Stückkosten

Break-even-Menge = Fixkosten ÷ DB je Einheit

Break-even-Umsatz = Break-even-Menge × Verkaufspreis

Fixkosten enthalten Markteintritts- und Strukturkosten (Marketing, Personal, Zertifizierungen etc.).

Schritt für Schritt

  1. 1

    Fixkosten der Markterschließung erfassen

    Einmalige und periodische Festkosten: Marktforschung, Marketingbudget, Registrierungen (z. B. CE, RoHS, lokale Konformität), Übersetzungen, Messeauftritte, lokale Vertriebsstrukturen, Reisekosten der Vertriebsbesuche.

  2. 2

    Variable Stückkosten berechnen

    Landed Cost pro Stück + variable Vertriebskosten (Provisionen, Plattformgebühren, Fracht an Endkunden). Diese Kosten skalieren linear mit dem Absatz — anders als Fixkosten.

  3. 3

    Verkaufspreis netto festlegen

    Marktgängiger Preis im Ziel-Exportmarkt, abzüglich landesüblicher Distributorrabatte. Bei B2C-Marktplätzen: vor Plattformgebühren.

  4. 4

    Deckungsbeitrag pro Stück berechnen

    Deckungsbeitrag = Verkaufspreis − variable Stückkosten. Beispiel: 35 € VK − 20 € Landed Cost − 5 € Plattformgebühr = 10 € DB/Stück.

  5. 5

    Break-even-Menge ermitteln

    Break-even-Stück = Fixkosten / Deckungsbeitrag. Beispiel: 60.000 € Fixkosten / 10 € DB = 6.000 Stück. Erst ab dem 6.001. Stück startet der Markt-Beitrag zum Unternehmensgewinn.

  6. 6

    Break-even-Umsatz ermitteln

    Break-even-Umsatz = Fixkosten / Deckungsbeitragsquote = Fixkosten / (Deckungsbeitrag ÷ Verkaufspreis). Im Beispiel: 60.000 / (10/35) = 60.000 / 0,286 = 210.000 € Umsatz.

  7. 7

    Zeit bis Break-even abschätzen

    Setzen Sie die Break-even-Menge zu Ihrer realistischen Monatsabsatzplanung in Beziehung. Bei 300 Stück Monatsabsatz und 6.000 Stück Break-even: 20 Monate — also etwa 1,7 Jahre bis zur Profitabilität.

Beispielrechnungen

Markteintritt B2C-Onlinemarkt Frankreich

Marketingbudget Jahr 1 45.000,00 €
Marktplatz-Setup, Übersetzung 12.000,00 €
Fixkosten gesamt 57.000,00 €
Verkaufspreis netto 49,90 €
Landed Cost 22,00 €
Amazon-Provision 15 % 7,49 €
Deckungsbeitrag/Stück 49,90 − 22 − 7,49 = 20,41 €

Rechnung: Break-even = 57.000 / 20,41 = 2.793 Stück. Bei 250 Stück/Monat: 11,2 Monate bis Gewinnschwelle.

2.793 Stück, ~11 Monate bis Break-even

B2B-Maschinenexport USA — Vertriebsaufbau

Lokaler Sales Manager (1 Jahr) 110.000,00 €
CE → UL-Konformitätsumstellung 35.000,00 €
Messe + Marketing 40.000,00 €
Fixkosten Jahr 1 185.000,00 €
Verkaufspreis Maschine 38.000,00 €
Variable Stückkosten 24.000,00 €
Deckungsbeitrag 14.000,00 €

Rechnung: Break-even = 185.000 / 14.000 = 13,2 Maschinen. Realistischer Absatz Jahr 1: 8–12 Maschinen → Verlustjahr mit Erfolgsaussichten in Jahr 2.

13 Maschinen — knapp über Plan-Absatz, Risikoinvestition

Häufige Fehler

Fixkosten und variable Kosten verwechselt

Marketing wird oft als „variabel" angesehen, weil es planbar ist. In der Break-even-Logik aber: Fix sind alle Kosten, die unabhängig vom verkauften Stück anfallen. Marketingkampagne ist FIX (auch wenn ein Stück verkauft wird), Amazon-Gebühr ist VARIABEL (pro Verkauf).

Vollkosten statt Grenzkosten verwendet

Wenn Sie Vollkosten je Stück (Landed Cost + anteilige Fixkostenumlage) ansetzen, ist die Berechnung kein Break-even, sondern reine Stückkostenrechnung. Korrekt: nur die direkt zurechenbaren variablen Kosten je Stück.

Verkaufspreis vor Plattformprovision verwendet

Bei Amazon, eBay, Bol.com werden 10–20 % vom Verkaufspreis als Provision abgezogen. Wer diese in den variablen Kosten vergisst, kalkuliert einen 10–20 % zu hohen Deckungsbeitrag.

Mengeneffekte ignoriert

Bei höheren Absatzmengen erhalten Sie häufig bessere Einkaufspreise (Mengen-Rabatte) oder günstigere Frachten (Container-Buchung statt LCL). Diese Skaleneffekte verbessern den Deckungsbeitrag — der Break-even sinkt mit wachsendem Volumen.

Cash-Effekt vs. GuV-Effekt vermischt

Break-even zeigt die Gewinnschwelle, nicht die Cash-Schwelle. Wer die Fixkosten cash zahlt, aber die Verkäufe auf 60-Tage-Ziel macht, hat einen Liquiditätsbedarf, der über dem Break-even-Bedarf liegt. Separate Cashflow-Planung notwendig.

Rechtliche Grundlagen

  • IHK — Leitfaden Wirtschaftlichkeitsrechnung

    Praxisleitfaden zur Investitionsrechnung im Mittelstand.

    Quelle ansehen ↗
  • BWA / DATEV — Standardauswertungen mit Deckungsbeiträgen

    Buchhaltungsstandard für KMU mit Deckungsbeitragsrechnung.

    Quelle ansehen ↗
  • HGB — § 275 Abs. 2 — Gesamtkostenverfahren

    Strukturierung der GuV nach Aufwandsarten.

    Quelle ansehen ↗

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Break-even-Menge und Break-even-Umsatz?

Break-even-Menge ist die Anzahl Stück, ab der Gewinn entsteht. Break-even-Umsatz ist der dazugehörige Umsatz (Menge × Verkaufspreis). Beide beschreiben denselben Zustand — die Stückzahl ist operativer, der Umsatz strategischer.

Wie hoch ist ein „guter" Break-even?

Faustregel: Im ersten Markterschließungs-Jahr sollte der Break-even erreichbar im 9.–15. Monat sein. Bei Break-even > 24 Monate ist das Markteintritts-Investment wahrscheinlich zu hoch oder die Marge zu niedrig.

Was ist der Sicherheitsabstand?

Sicherheitsabstand = (Plan-Absatz − Break-even-Absatz) / Plan-Absatz × 100 %. Beispiel: Plan 5.000 Stück, Break-even 3.500 Stück → Sicherheitsabstand 30 %. Werte über 30 % gelten als robust gegenüber Markteinbußen.

Wie berücksichtige ich Saisonalität?

Bei saisonalem Geschäft (Mode, Garten, Weihnachten) die Fixkosten gleichmäßig über das Jahr verteilen, aber den Deckungsbeitrag in Hochsaison höher gewichten. Wann erreichen Sie den kumulierten Break-even? Häufig erst im Dezember.

Was ist Cash-Break-even?

Punkt, an dem die kumulierten Einzahlungen aus dem neuen Markt die kumulierten Auszahlungen erreichen. Liegt typisch 2–4 Monate hinter dem GuV-Break-even, weil Zahlungsziele berücksichtigt werden müssen.

Soll ich Fixkosten linear oder degressiv abschreiben?

Für die Break-even-Analyse: Fixkosten als laufender Aufwand des Geschäftsjahres ansetzen. Bilanzielle Abschreibungen (z. B. Werkzeug auf 4 Jahre verteilt) werden für die Break-even-Logik linear ins Geschäftsjahr umgelegt.

Was passiert nach Erreichen des Break-even?

Jeder weitere Verkauf trägt mit dem vollen Deckungsbeitrag zum Gewinn bei (variable Kosten gedeckt). Bei 20 % Sicherheitsabstand erwirtschaftet der Markt 20 % vom Umsatz × Deckungsbeitragsquote als Jahres-Gewinnbeitrag.

Welche anderen Namen gibt es für den Break-even-Punkt?

Synonyme im deutschen Sprachraum: Gewinnschwelle, Kostendeckungspunkt, Nutzschwelle, Rentabilitätsschwelle, Gewinnpunkt. Im englischen Sprachraum: Break-Even-Point (BEP), Break-Even-Volume. Alle bezeichnen denselben Sachverhalt — die Absatzmenge bzw. den Umsatz, ab dem die Gesamtkosten gedeckt sind und Gewinn entsteht.

Wann sollte ein Gründer den Break-even spätestens erreichen?

Faustregel: Für klassische Geschäftsmodelle (Gastronomie, Einzelhandel, Dienstleistung) sollte der Break-even nach 6 bis 12 Monaten erreicht sein, spätestens nach 24 Monaten. Bei kapitalintensiven Projekten oder im B2B-Export kann der Zeitraum 24–36 Monate betragen. Dauert es länger, ist die Geschäftsplanung kritisch zu prüfen — entweder Kosten reduzieren oder Geschäftsmodell anpassen.

Stand: 18. Mai 2026 · Redaktion aussenhandelshub.de

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