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Kalkulation: Landed Cost, Marge & Break-even berechnen

Fünf Werkzeuge für die seriöse Preis-, Margen- und Investitionsrechnung im Außenhandel: Landed Cost (Vollkosten der Importsendung), Bruttomarge, Aufschlag/Markup, Break-even im Exportmarkt, ROI für Markteintritte sowie die stufenweise Export-Preiskalkulation nach Incoterms 2020.

Warum Kalkulation im Außenhandel komplexer ist

Im inländischen Handel ist der Einkaufspreis der Rechnungsbetrag des Lieferanten — fertig. Im Außenhandel ist das nur der Anfang. Zwischen FOB Shanghai und dem ersten Verkauf an einen deutschen Kunden liegen zusätzliche 15–30 % Kostenpositionen: Seefracht, Versicherung, Zoll, Inlandstransport, Hafengebühren, Zollabwicklung, Akkreditiv-Provisionen, Wechselkurseffekte und Finanzierungskosten. Wer diese ignoriert und mit dem reinen FOB-Preis kalkuliert, bietet zu billig und verliert die Marge.

Die Landed-Cost-Rechnung ist die ehrliche Vergleichsbasis. Sie addiert alle Stückkosten bis ins eigene Lager und ermöglicht den Vergleich zwischen einem chinesischen FOB-Lieferanten, einem türkischen EXW-Lieferanten und einem deutschen Großhändler ab Werk. Auf dieser Basis lässt sich die Bruttomarge richtig kalkulieren — nicht auf dem reinen Einkaufspreis.

Marge und Aufschlag werden im Mittelstand häufig verwechselt: 50 % Aufschlag auf 10 € Einkaufspreis ergibt 15 € Verkaufspreis — also nur 33,3 % Marge. Die Differenz von 17 Prozentpunkten ist im Großhandel der Unterschied zwischen Gewinnzone und Verlustzone. Unsere Tools machen die beiden Größen explizit und rechnen sie ineinander um.

Für strategische Entscheidungen — neuer Auslandsmarkt, neue Vertriebsstruktur, Produktionsentscheidung — bieten Break-even- und ROI-Rechner die Wirtschaftlichkeitsperspektive. Die Export-Preiskalkulation strukturiert den Verkaufspreis nach Incoterms-Stufen (EXW → FCA → FOB → CFR → CIF → DAP → DDP), so dass jeder Kunde die für ihn passende Lieferbedingung mit dem zugehörigen Preis vergleichen kann.

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Häufige Fragen zur Außenhandelskalkulation

Was ist Landed Cost?

Landed Cost ist die Summe aller Kosten, bis die Ware im eigenen Lager ankommt: Wareneinkauf, internationale Fracht, Versicherung, Einfuhrzoll, Inlandstransport und Nebenkosten. Die EUSt ist für vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen kein Bestandteil der Landed Cost, da sie voll erstattet wird.

Wie unterscheiden sich Marge und Aufschlag?

Die Bruttomarge bezieht sich auf den Verkaufspreis ((VK − EK) ÷ VK), der Aufschlag (Markup) bezieht sich auf den Einkaufspreis ((VK − EK) ÷ EK). 50 % Aufschlag entsprechen 33,3 % Marge. Die Verwechslung ist der häufigste Kalkulationsfehler im Mittelstand.

Wie berechne ich den Break-even-Punkt?

Break-even-Menge = Fixkosten ÷ Deckungsbeitrag pro Stück. Beispiel: 60.000 € Fixkosten / 10 € Deckungsbeitrag = 6.000 Stück. Erst ab dem 6.001. Stück entsteht Gewinn aus dem neuen Markt.

Was ist ein guter ROI für einen Exportmarkt?

Faustregel: ROI > 100 % über 3 Jahre, Amortisation in Jahr 2. ROI < 20 % nach 3 Jahren ist strategisch fraglich, außer der Markt ist aus anderen Gründen (Risikodiversifikation, Großkundenzugang) sinnvoll.

Welche Incoterm-Stufe ist die teuerste für den Verkäufer?

DDP (Delivered Duty Paid): Der Verkäufer trägt alle Kosten bis ins Lager des Käufers, einschließlich Einfuhrzoll und EUSt im Bestimmungsland. Zusätzlich muss er sich dort steuerlich registrieren — administrativ aufwendig und nur bei steuerlicher Präsenz sinnvoll.

Sind Finanzierungskosten Teil der Landed Cost?

Bilanziell nach § 255 HGB nicht zwingend (gehören nicht zu den Anschaffungsnebenkosten). Kalkulatorisch sehr wohl: Bei 60–120 Tagen Vorfinanzierung und 8 % Kontokorrent-Zins sind Finanzierungskosten ein realer Kostenposten, der Stückkosten und Verkaufspreis beeinflusst.

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